Verletzung oder Erkrankung

Unter der AC-Luxation versteht man eine partielle oder komplette Verrenkung im Bereich des Schultereckgelenkes (Acromioclaviculargelenks).
Diese Verletzung wird nach Tossy in 3 typen unterscheiden:

  • Tossy I mit Überdehnung des Ligamentum acromioclaviculare und des Ligamentum coracoclaviculare
  • Tossy II mit Ruptur des Ligamentum acromioclaviculare und Überdehnung des Ligamentum coracoclaviculare (Subluxation)
  • Tossy III mit Ruptur beider Bänder (Luxation)

und nach Rockwood wird unterteilt in:

  • Typ I: Ruptur der Gelenkkapsel des Acromioclaviculargelenks
  • Typ II: Ruptur der Gelenkkapsel und des Ligamentum acromioclaviculare
  • Typ III: Komplette Ruptur der Gelenkkapsel und der Ligg. acromioclaviculare und coracoclaviculare
  • Typ IV: Dislokation des distalen Endes der Clavicula nach dorsal in den Musculus trapezius
  • Typ V: Typ III in Kombination mit einer Ablösung des Musculus trapezius und des Musculus deltoideus von der Clavicula
  • Typ VI: Dislokation der Clavicula nach kaudal unter den Processus coracoideus

Ursache

In der Regel wird eine AC_Luxation durch einen Sturz auf die Schulter bei adduziertem Arm hervorgerufen. Die dabei auf die Schulter wirkenden Kräfte führen zu einer Schädigung der Gelenkkapsel und des Ligamentum acromioclaviculare und des Ligamentum coracoclaviculare.

Symptome/Arten

Die Acromioclaviculargelenkluxation imponiert durch Schmerzen, Schwellung und ein Hämatom. Die Beweglichkeit der Schulter ist eingeschränkt.

Diagnostik

Anamnese, die Klinik und ggf. auch das Klaviertastenphänomen weisen auf die Diagnose hin. Anhand von Röntgenbildern kann diese gesichert werden. Dabei werden Röntgenaufnahmen der Schulter in zwei Ebenen sowie eine Belastungsaufnahme (Wasserträgeraufnahme) angefertigt.

Behandlung

Konservative Therapie

Eine konservative Therapie ist generell bei Tossy I und II möglich. Bei Patienten, die älter als 35 Jahre sind, kann auch eine Tossy-III-Luxation konservativ behandelt werden. In der Regel erfolgt diese durch einen Gilchrist-Verband oder einen Desault-Verband, Physiotherapie und ggf. auch eine medikamentöse Analgesie.

Operative Therapie

Eine operative Therapie ist bei Tossy-III-Luxationen bei Patienten unter 35 Jahren, bei Begleitverletzungen der Muskulatur, der Weichteile oder von Nerven indiziert.

In der Regel werden dabei die gerissenen Bänder genäht. Weiterhin erfolgt eine Arthrodese mittels Spickdrähten, einer Hakenplatte oder einer Cerclage, der die Anlage eines Gilchrist-Verbandes folgt. Auch hier sind physiotherapeutische Übungen wichtig. Nach sechs Wochen wird das Metall entfernt.

Nachbehandlung

Der erste Verbandswechsel findet am Morgen nach dem Eingriff statt. Die Naht wird nach 12 Tagen entfernt und in diesem Zuge eine Röntgenkontrolle durchgeführt.

SAG 4 Wo Tag und Nacht,

Die notwendige Physiotherapie kann 2 Wochen nach dem Eingriff starten und anfangs passiv bis zu 90° Abduktion gearbeitet werden. Nach 4 Wochen kann/soll aktiv bis 90° Abduktion bewegt werden. Die Stiftex findet nach 6 Wochen statt, und dann sollte/darf in der Physiotherapie aktiv über 90° Abduktion bewegt werden.

Genesung

Eine Tossy-I-Verletzung hat eine sehr gute Prognose. Bei Tossy II- und Tossy III-Verletzungen wird auch nach Abheilung häufig eine geringe Subluxation oder Luxation beobachtet, die aber in der Regel nicht mit funktionellen Einschränkungen einhergeht.

Behandlungsziel

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